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korbis blog

Wo gehen wir hin?

Archive for Oktober, 2007

Claudia soll sich entschuldigen?

Auf einer Rede der GRÜNEN in Bayern hat Claudia Roth den Bischof von Augsburg Mixa als “durchgeknallten spalterischen Oberfundi” bezeichnet. Jetzt soll sie sich entschuldigen, sagt Mixa und legt nach, dass für Christen die GRÜNEN nicht mehr wählbar wären.

Als erstes hat mich das an einen Pfarrer aus meiner Heimatstadt erinnert, der in einem Gottesdienst am Wahlsonntag einer Bundestagswahl sagte, “… und bitte gehen sie heute zur Wahl. Sie können alles wählen. Außer FDP.” Das spricht dann wohl für sich. Ähnlich ist es auch mit der Aussage des Herrn Mixa. Es ist richtig und wichtig, dass sich auch religiöse Vertreter mit Politik, Parteien und Politikern auseinandersetzen. Es ist aber falsch, wenn ein Bischof für sich beansprucht eine Empfehlung für oder gegen eine Partei auszusprechen und das auch noch im Namen einer Religion. Dies macht Mixa meines Wissens nach auch nur an dem zitierten Satz von Claudia fest.
Dazu ein Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der Baden-Würtembergischen Grünen im Landtag Winfrid Kretschmann
Der Hintergrund von Claudias Aussagen war, dass sie sich auf die familienpolitischen Aussagen von Mixa bezog. Die ganze Rede von ihr findest du hier.

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Die geheime Schule

Die Bremer Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper erklärte am Donnerstag in der Bildungsdeputation, dass es seit 14 Jahren in Bremen eine geheime Grundschule gibt. Dies war eine Schule die nicht von der Behörde anerkannt war. Die Kinder wurden von Eltern und Freiwilligen unterrichtet. Ca. 300 Schüler haben in den vergangenen Jahren diese Schule besucht. Den meisten Eltern war bekannt, dass sie damit gegen die Schulfplicht verstoßen. Manche Eltern erklärten gegenüber den Schulen die eigendlich für ihre Kinder vorgesehen war, dass ihr Kind jetzt auf eine Privatschule gehe. Den meisten Schulen reichte dies als Erklärung.

Doch kaum einer fragt jetzt danach was mit den Kindern auf der Schule gemacht wurde. Ein Lerndefizit im vergleich zu anderen Grundschülern ist nicht bekannt.

Die Eltern hatten sich nach einem Moderationsverfahren mit der Behörde darauf geeinigt, dass sie offenlegen wie sie die Schulpflicht umgehen konnten und 200€ an eine gemeinnützige Organisation spenden. Sie erhielten Straffreiheit.
Jetzt stellt die Schule gemeinsam mit einigen Eltern einen Antrag auf staatliche Anerkennung. Die Bildungsbehörde lehnte aber schon ab mit der Begründung, dass keine besonderes pädagogisches Konzept vorlege, welches es nicht auch an einer staatlichen Schule gäbe.

Hier die Berichterstattung in Bremen dazu:

Weser Kurier

taz Bremen

Buten un binnen

Doch ist dieser Umgang mit der illegalen Grundschule nicht bedenklich? Auch wenn es ein Konzept ist von Eltern, die eine andere, eine alternative Bildung für ihre Kinder wollen, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Doch muss der grundsätzliche Umgang mit solchen Schulen nicht anders sein? Wenn die Schule religiös motiviert gewesen wäre, wären die Eltern und Betreiber der Schule wahrscheinlich härter bestraft worden und der Umgang wäre ein anderer gewesen. Ich wünsche mir keine härtere Strafe für die Eltern, aber eine stärkere Auseinandersetzung mit deren Motiven.

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