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korbis blog

Wo gehen wir hin?

Archive for Februar, 2007

Andy Warhol. Und jetzt?

20 Jahre nach Andy Warhols Tod stellt sich die Frage was bleibt von dem “marktreflexiven” Künstler?

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“Marktreflexiv zu sein heißt in seinem Fall, das ein illusionsloser Blick auf das Geschehen eines Marktes geworfen wird, als dessen Akteur man sich aber auch begreift.” (taz vom 22.02.2007)

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16 Tote in Schwachhausen

Die 16 Linden an der Schwachhauser Heerstraße sind tod. “Hinterhältig, feige und brutal” kommentiert die Bürgerinitiative die Aktion in ihrer Pressemitteilung.
Trotz der Besetzung von zwei Bäumen ist der Streit verloren.
Begründet wurde die Baumfällaktion mit dem Ausweitung des Concordia Tunnels. Jedoch wird der Verkehrsfluß nicht positiv dadurch beeinflußt. Für die AnwohnerInnen wird es bloß lauter!

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Doch diese Aktion hat einiges deutlich gemacht:

Die Polizei ging brutal und rücksichtslos mit friedlichen Demonstranten um. Sie hat erst Agression und Wut in die Angelegenheit gebracht. Es kam zu einer Festnahme, die völlig überflüßig und nicht zu rechtfertigen ist.
So geht man nicht mit engagierten BürgerInnen um!

Die Versprechen von Bürgermeister Jens Böhrnsen(SPD) und Ronald-Mike Neumeyer (CDU) Senator für Bau, Umwelt und Verkehr sind nur leere Worte. Sie entschuldigten sich noch diese Woche für die “Nacht- und Nebelaktion” vor 7 Tagen und versprachen die AnwohnerInnen rechtzeitig zu informieren und von solchen Aktionen in Zukunft abzusehen. Die ist nicht geschehen. Von den Klimaschutzabsichten der Großen Koalition ganz abgesehen
Die Politik der großen Koalition geht an den Bürgerinteressen vorbei!

Diese Aktion zeigt die Wertvorstellungen von SPD und CDU. Wirtschaftsinteressen gehen vor persönlicher Freiheit und Gesundheit.

Doch soll nicht eigendlich die Wirtschaft dem Menschen dienen?

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Gastbeitrag von Jörn

Jörn Westphal schreibt an Frau Schavan:

Sehr geehrte Frau Schavan,

mit Freude habe ich heute Ihren Gesetzesentwurf für ein
familienfreundliches Bafög zur Kenntnis genommen. Der
“Kinderbetreuungszuschlag” von 113, - ¤ ist eine großartige Möglichkeit
für junge Eltern, denn endlich können Studentinnen und Studenten so auf
gestiegene Lebenserhaltungskosten reagieren. Mal ganz nebenbei, wir
wissen doch alle, wie teuer u.a. Strom/Wasser und ggf. Gas geworden ist.
Ich begrüße es sehr, dass sich die Bundesregierung mit der finanziellen
Not der Studentinnen und Studenten auseinandergesetzt hat.
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Leider habe ich, als Leistungsbezieher gemäß Bafög, noch keine Kinder,
doch der Gesetzesentwurf ist bereits ausgedruckt und so schnell wie
möglich werde ich mit meiner Freundin über eine rasche Familienplanung
reden, damit auch ich zukünftig vom familienfreundlichen Bafög
profitieren kann; Eine gewisse Skepsis meiner Freundin wird wohl
sicherlich vorhanden sein, doch ein Blick ihrerseits auf den Kassenbon
vom letzten Wochenendeinkauf wird sie schon überzeugen. Notfalls hab ich
immer noch meinen Joker, ein Rechenexempel zum Thema Studiengebühren -
Nachwuchs lohnt sich!

Zum Glück befinden wir uns ja in der vorlesungsfreien Zeit – Ich sag mal
so: Wenn ich jetzt an Nachwuchs arbeite, muss ich 2007 nicht für
gestiegene Kosten jobben.

Sie scheinen sich indirekt am Vorsorgungsmodell armer Kleinbauern aus
Staaten, die ganz weit weg sind, orientiet zu haben: Häufig ist es dort
ja so, dass Kinder für die individuelle Altersversorgung ihrer Eltern
verantwortlich sind. Wenn man dort Kinder hat, ist die Rente quasi in
trockenen Tüchern. In Deutschland hingegen, sorgen Kinder dann dafür,
dass ihre Eltern im Studium versorgt sind.

Nun, Frau Schavan, ich habe mir aber auch Gedanken über meine
partnerlosen Kommilitoninnen und Kommilitonen gemacht. Denn auch sie
sollten die Chance haben, Nullrunden zu umgehen. Gibt es hier vielleicht
die Möglichkeit, studentische Singles bei Adoptionen zu privilegieren?
Sprechen Sie doch mal in der nächsten Kabinettssitzung mit Ihrer
Kollegin Frau von der Leyen, was sich da machen lässt.

Natürlich müssen gewisse Punkte bedacht werden, wenn es um Thema
Kinderwunsch geht: Es entstehen mit einem Kind ja Mehrkosten, denn auch
die Windeln sind durch die Mehrwertssteuererhöhung teurer geworden. Es
wäre schon ärgerlich, wenn deshalb die langersehnte Besserstellung der
förderungsfähigen Studentinnen und Studenten gleich wieder bei Null ist,
dann hätte ich quasi wieder so viel zur Verfügung wie kinderlose
Studierende; Nur mit schlaflosen Nächten.

Als zukünftiger Vater sehe ich nun auch positive Aspekte der schlechten
Hochschulsituation in Deutschland, denn ich würde wegen der
ausgefallenen Vorlesungen ja mehr Zeit für den Nachwuchs haben – da
freut sich das Kind!

Mit dem familienfreundlichen Bafög lässt sich dann wieder intensiver am
kulturellen Leben teilnehmen (vorausgesetzt man findet einen
Babysitter), was Kinderlose, die das Bafög in Anspruch nehmen, ja häufig
einschränken müssen - sei es, weil Freizeitaktivitäten teurer geworden
sind, oder weil sie sowieso nebenbei arbeiten müssen, um ihre laufenden
Rechnungen bezahlen zu können.

Ich finde es klasse, wie sehr sie sich mal wieder für unsere Belange
eingesetzt haben!

Es grüßt Sie

Ihr Jörn Westphal

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Sägen verboten

Samstagnacht. Es ist halb eins und es hat gefühlte -10 Grad.
Das Bild was sich für Ausenstehende ergibt ist schon etwas seltsam. Da stehen so ungefähr 50 Leute, die Meisten zwischen 40 und 70 Jahren, um einen Baum herum und rufen “aufhören, aufhören, aufhören…”.
Ziel der Aktion war es zu verhindern, dass die Bäume an der Schwachhauser Heerstr. nicht gefällt werden. Blog Image Die Polizei und auch der städtische Betrieb stadtgrün (stattgrün) fanden diese Aktion nicht so lustig. Die Bäume sollten in einer Nacht- und Nebelaktion von 0-6 Uhrgefällt werden um Platz für eine vierspurige Straße zu schaffen. Doch durch unser Durchaltevermögen haben wir es geschafft, dass die Bäume vorerst stehen bleiben.
Doch jetzt brauchen wir mehr BürgerInnen die bereit sind sich für den Protest zu engagieren.
Weitere Infos gibts auf der Seite der Bürgerinitiative!

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Doppelzüngig und unverschämt

Mein Leserbrief in der taz bremen

betr.: “36 Jahre später”

Mit der Veranstaltung der SPD-nahen Hochschulgruppe “AStA für alle” hat Bürgermeister Böhrnsen den Wahlkampf an der Universität eingeläutet. Mutig ist, dass er sich vor dem Hintergrund der drastischen Einsparungen, die er als Bürgermeister der großen Koalition zu verantworten hat, noch an die Universität traut. Traurig ist, dass Böhrnsen außer Wahlkampflyrik keine klaren Worte für die Zukunft der Universität hatte.

Zu beklagen, dass immer weniger junge Menschen aus unteren gesellschaftlichen Kreisen ein Studium beginnen und gleichzeitig mit einem Sparkonzept die Zahl der Studienplätze zwangsläufig zu reduzieren und die Betreuungssituation weiter zu verschärfen ist doppelzüngig und unverschämt. (…)

KORBINIAN DEUCHLER, Bremen

taz Nord Nr. 8199 vom 12.2.2007, Seite 24, 15 LeserInnenbrief, Artikel nur in taz-Teilauflage

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