Düsseldorf – Berlin – ein politisches Abstiegsspiel

Und so ist das, wenn man sich großes vor nimmt, den sozialen Druck erhöht und im eigenen Blog ankündigt das es jetzt wieder losgeht. Es passiert erstmal nichts. Bloggen muss ich wieder neu lernen. Was ist blogwürdig? Hier ein erstes Experiment:

Manchmal ist es so, dass die Wirklichkeit die bessere Satiresendung ist. Am Sonntag wählten die BürgerInnen in NRW mehrheitlich rot-grün und verpassten Röttgen und der Merkel-CDU einen deutlichen dämpfer; gerade weil Röttgen sich nicht klar zu NRW und der Düsseldorfer Oppositionsbank bekannt hat. Zwei Tage später kommt es dann zu einem legendären Fußballrelegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin. Bis zur 95 min. steht es 2:2. Doch nach einem falsch interpretierten Pfiff des Schiedsrichters stürmen die Fortuna Fans aufs Spielfeld und der Schiedsrichter kann erst nach einiger Unterbrechung den Rest der Nachspielzeit spielen lassen. Die Berliner Spieler mussten unter Angstzuständen noch knapp 2 min. zu Ende spielen, bis ihr Abstieg endgültig feststand. Endgültig?

Die Parallele wischen Fußball und Politik ist Realsatire. Denn weder das politische noch das sportliche Berlin findet sich mit dem Ergebnis aus dieser Woche ab. Hertha legt Protest ein und tauscht den Trainer aus und versucht so, den Aufstieg doch noch zu ermöglichen. Und Merkel wechselt ihren Regierungsprimus und Umweltminister Röttgen aus, kann die Wahl in NRW nicht wiederholen, aber hofft dennoch den eigenen Abstieg zu verhindern, sich vom Negativimage Röttgens befreien zu können und nächste Legislatur den Klassenerhalt zu schaffen.

Als Schuldige sind natürlich schnell die Fans und WählerInnen gefunden. Das wusste Röttgen schon vor der Wahl.

Aber wie geht es für die sportliche und politische Mannschaft aus Berlin weiter?

Bei der Hertha wird man, egal ob mit oder ohne Wiederholungsspiel, wohl den Aufstieg nicht schaffen. Denn ein Sieg in Düsseldorf scheint fast unmöglich. Hertha wird die Mannschaft unter dem neuen Trainer Luhukay umbauen müssen; Spieler anwerben mit denen ein Wiederaufstieg greifbar scheint.

Doch Merkel kann ihre Berliner Regierungsmannschaft nicht mehr umstellen. Denn nach dem 6. Wechsel im Kabinett innerhalb von 3 Jahren macht das Kabinett alles andere als einen souveränen Gesamteindruck. Im Sport nennt man das “fliegenden Wechsel”. Außerdem fehlen der Regierungschefin die alternativen in den eigenen Reihen obwohl sie einige Leistungseinbrüche in der Mannschaft zu verzeichnen hat. Also bleibt nur eins. Alles weg lächeln, versuchen mit zu spielen und irgendwie durchkommen.

Licht an!

Danke an @ManImMac für das Bild. Es steht unter Creative Commons Lizenz

Nach fast 3 Jahren Bloggerpause versuche ich einen Neustart. In Anlehnung an meinen allerersten Blogpost im Januar 2007 “Licht aus!” geht nun also das Licht wieder an.

Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis ich wieder ein paar Besuchern die Tür in meinem neuen Blog öffnen kann und zur Information, zum Zeitvertreib oder warum auch immer, meinen neusten Beitrag vortragen kann.

In Zukunft werde ich hier der politischen Konkurrenz und der eigenen Partei, vielleicht auch mal den Medien, auf die Finger und hinter den Kopf schauen.

Es bleibt aufregend!